Guesthouse Bed & Breakfast in the Algarve - Portugal Holidays

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Silves und Monchique

Serra de Monchique und Talourdinha

Ein Ausflug zur Medronho Destillerie von Luis Sequeira

Sie verlassen das Gato Preto durch die Orangenplantagen in Richtung Silves. Unser erster Halt ist Silves. Unter den Arabern wurde Shilb (شلب ) im 9.Jahrhundert zur Hauptstadt der südportugiesischen al-Gharb Provinz. Es war eine der wichtigsten Städte im westlichen Al-Andaluz. Aus dieser Zeit stammt das gut erhaltene Kastell im Stadtzentrum. 1242 wurde die Stadt dann durch die Portugiesen zurückerobert. Der letzte muslimische König Ibn Afan musste die Stadt räumen. Das Kastell, gebaut in rotem Sandstein, erstreckt sich auf einer Fläche von 12,000m². Noch heute liegt es mitten im Zentrum von Silves auf einem Hügel mit angegliedertem Museum. Hier finden sich archälogische Fundstücke von der Eisenzeit bis zur maurischen Epoche. Einen Spaziergang durch die Altstadt können Sie gleich hinter den Burgtoren beginnen und den Hügel langsam abwärts schlendern. Bevor Sie unten am Fluss angekommen sind, werfen Sie auch einen Blick in die Markthallen. Vielleicht haben Sie Glück, und es ist noch frischer Fisch da… An einem anderen Tag können Sie von hier aus auch entlang der Via Algarviana wandern.

Aber nun geht es im Auto weiter Richtung Norden zur Serra de Monchique. Das nun vor ihnen liegende Hinterland ist landschaftlich mindestens genauso reizvoll wie die Strände der Algarve. Und stehen im grossen Gegensatz zu roten Kliffs und blauem Wasser. Folgen Sie der Strasse aufwärts (M 502). Geniessen Sie nun die Aussicht und Natur der Serra de Monchique. Vielleicht erhaschen Sie einen Blick auf die hier lebenden iberischen Luchse. Die Serra Monchique ist aufgrund der hohen Luftfeuchte 12 Monate grün. Sie finden hier nicht nur Nadelwald, sondern auch Kastanienbäume und unzählige Azaleen. Im Herbst, Winter und Frühling ist die Luft erfüllt von den Gerüchen verschiedensten Heidekräutern. Entlang der Strasse bietet sich ein erster Zwischenstopp zum Picknick an oder sie brechen von hier zum Wandern auf. Doch nun lassen Sie die Berge Monchiques hinter sich, nach 20km erreichen Sie auf der rechten Seite Aldeia do Talurdo. Nun sind wir am ersten Ziel:Die Schnapsbrennerei von Luis Sequeira. Hier wird Medronho gebrannt. Der traditionelle Obstbrand der Algarve, gewonnen aus den Früchten des Erdbeerbaumes.

Die kleinen rötlichen Früchte der Wildpflanze werden im September gepflügt. Gleich danach müssen die reifen Früchte geputzt und sorgfältig von Blättern befreit werden. Dies ist ein wichtiger Arbeitsschritt, denn je sauberer die Früchte, desto besser die Qualität des anschliessenden Brandes. Die Früchte werden im Anschluss in einem Tank mindestens 21 Tage fermentiert. Erst danach kann die Masse destiliert werden. Dazu wird der Ansatz in einen kupfernen Destilierhelm (Alambic) umgefüllt, der Wärme und Aromen der Früchte optimal konserviert. Der gewonnen “Aquardente de Medronho” ist der traditionelle Obstbrand, der auch als Basis für andere Liköre dient. Zum Beispiel für den speziellen “Talurdinha Likör”. Eine Kombination aus Honig, Zitrone, Zimt und Anis.

Sequeira übernahm den Familienbetrieb sowie die wohlgehüteten Rezepturen für vollmundige Schnäpse vor 15 Jahren von seinem Schwiegervater. Er ist ein echter “Artesão” (Handwerker) der Region:

Ich bin seit jeher dieser Region sehr verbunden. Schon meine Grossmutter hatte eine kleine Sämerei. Was sie nicht für den eigenen Bedarf benötigte, verkaufte sie auf dem Markt. Seit ich denken kann, habe ich sie dabei begleitet. Ich fing auch schon als Junge an, meine eigenen Samen zu züchten und zu verkaufen. Daher meine Verbundenheit.

Später, durch meine Schwiegereltern, begann ich mehr über die Schnapsbrennerei zu lernen. Ich liebe es, den Erfahrungen der alten Generation zu lauschen und von ihnen zu lernen. Das was sie einem erklären, ist fundamental für meine Arbeit. Als ich anfing mit der Brennerei, war es eigentlich mehr aus Spass. Ich perfektionierte die Rezepte, fing an meinen eigenen Rhythmus zu entwickeln. Mittlerweile arbeite ich exklusiv, habe eigene, lizensierte Produkte. Es würde unserer Region gut tun, wenn wir noch mehr Lizenzen vergeben würden. Denn schliesslich ist die Schnapsbrennerei ein guter Markt mit Export Möglichkeiten- doch was uns fehlt, ist Kapazität. (…) Dies ist sicher nicht das Produkt, dass unser Land retten wird, aber es kann einen Teil dazu beitragen. Früher, da waren Sonne und Strand genug für den Tourismus, aber heute müssen wir uns schon etwas mehr einfallen lassen. Wenn wir immer nur das Gleiche verkaufen, wird den Konsumenten auch langweilig. Wir müssen ja nur die Augen aufhalten – unsere Region hat noch soviel zu bieten.”

Sequeiras Weiterentwickelungen können sich sehen lassen. Die hochprozentigen Brände und süssen Liköre umfassen mittlerweile ein Vielzahl von heimischen Pflanzen: zum Beispiel Süsskartoffel, Feigen, Erdbeere, “Alfarroba” (Johannisbrotbaum), Polei-Minze und sogar “Esteva”. Dieser Likör, gewonnen aus der Lack-Zistrose (Cistus ladanifer) ist die letzte Komposition der Brennerei und für viele aus der Region eine überraschende Innovation: Herkömmlich wird aus der weitverbreiteten Pflanze ätherisches Öl für medizinische Zwecke gewonnen. Aufgrund der Bitterstoffe schien die Pflanze jedoch nicht als Zutat für einen Likör zu taugen. Doch Luis Sequeira hat nicht aufgegeben. Nun hat er eine vielversprechende Marktlücke entdeckt. “Ich versuche immer wieder Neues auszuprobieren. Bei diesem Schnaps aus “Esteva” zum Beispiel kooperiere ich mit der Universität in Faro. Ich wollte im Vorfeld wissen, ob diese Pflanze bereits als Getränkezutat verwendet wird. Das hatte bisher aber noch keiner getan. Danach haben wir die ersten Liter im Labor der Universität getestet, mittlerweile ist es geschmacklich verbessert worden und nun fertig für den Verkauf. Probieren Sie mal!

Doch Sequeira weiss auch um die Grenzen seines Tuns. “Ich verarbeite ausschliesslich Früchte unserer lokalen Produktion. Ich möchte nicht zukaufen aus anderen Regionen.”

Einmal hat er versucht, den Medronhobaum selbst zu pflanzen- ohne Erfolg. “Der Erdbeerbaum ist eine echte Wildpflanze. Je härter die Bedingungen, desto besser. Ich habe mal versucht, eine Plantage anzulegen. Aber sie bleiben qualitativ weit hinter den Wildpflanzen zurück. Es ist also eine ECHTE Wildpflanze. Und so soll es auch bleiben!”

Sie können Luis Sequeiras Produkte auf Märkten und in kleineren Supermärkten in der Region kaufen oder sich mit ihm für eine Verkostung vor Ort verabreden.

Nach diesem Besuch fahren Sie zurück auf die Dorfstrasse und fahren Richtung Norden durch die wunderschöne Berglandschaft (M 502). Nach einigen Kilometern passieren Sie die Brücke des Staudamms (Baragem de Odelouca). Sie kommen nun auf die grössere

M 542, und fahren weiter in Richtung S.Marcos da Serra. Besonders beindruckend ist diese Strecke im Abendlicht.

Falls Sie noch Zeit haben, dann halten Sie, bevor Sie auf die N124 zurück nach Silves fahren, in São Bartolomeu de Messines. Diese Stadt passieren Sie auch entlang der Wanderroute Via Algarviana. Aber wir besuchen Ana Silva und José Martins in ihrer kleinen Werkstatt mit Verkaufsladen. Wenn Sie auf der Suche nach Mitbringseln sind, werden Sie hier sicher fündig: traditionelles Spielzeug aus Bambus, Schäferfeuerzeuge, trillernde Nachtigall-Pfeifen oder geflochtene Kinderstühle. Die Arbeiten basieren auf traditionellen Handwerkstechniken. Alle Objekte sind handgearbeitet aus gesammelten Naturmaterialien der Region, wie zum Beispiel aus Bambus, Palmblättern oder Holz. Die Arbeit der Beiden reflektiert Ihre Faszination für das Wissen, das in alten, ländlichen Gewerken und in der Verarbeitung der verwendeten Materialien liegt. Bevor sie begannen, als “Artesãoes” zu arbeiten, schauten Sie vielen alten Handwerkern über die Schulter und erlernten deren Techniken. So umfasst ihre Arbeit nicht nur die Fertigung, sondern auch die die Vorbereitung des Rohmaterials.

Was mich am meisten reizt an dieser ist das komplexe System des Sammeln, Trocknens, Aufbewahrens des Rohmaterials. Die Vorbereitung ist eine sehr traditionelle Arbeiten ohne Einsatz von Chemie. Das fasziniert mich. Man muss genau aufpassen, den richtigen Zeitpunkt für jeden Arbeitsschritt zu finden. Wir haben eigentlich jeden Tag mit der Natur zu tun. Das verbindet und macht unsere Arbeit so komplex.”

Wenn Sie die Beiden antreffen wollen, sollten Sie vorab anrufen, da sie oft auf Märkten unterwegs sind. Wenn Sie kein Glück haben, dann finden Sie fussläufig vom Laden einen gutes Restaurant mit tradioneller Küche: João de Deus.

Ana bietet auch Wanderungen und Spaziergänge in der Algarve an. Dabei zeigt Sie nicht nur interessante Wege, sondern erzählt nebenbei auch viel über heimische Pflanzen am Wegesrand. Bitte immer mit telefonischer Voranmeldung. Und keine Angst: Sie spricht fliessendes Englisch!

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ADRESSEN

Luis Sequeira ( +351.91 8935726) / Talurdinha, lda (facebook)

https://www.facebook.com/pages/Talurdinha-lda/587404277945184?fref=ts

Ana Silva, (+351.91 9478699)

Urbanização Farinha, Lote 12 Loja A, S.B. Messines http://www.artexelb.org/anasilva.html

Restaurant João de Deus,

Rua Francisco Viseu, São Bartolomeu de Messines, (+351 282 338 172)

 

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