Guesthouse Bed & Breakfast in the Algarve - Portugal Holidays

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Gato Preto de Silves > Torre > Cachopo

Verlassen Sie das Gato Preto und fahren Richtung S. Bartolomeu de Messines.

Folgen Sie der N 124 nach SALIR/ALTE. Nach ca 6 km passieren Sie Messines de Baixo.

Im Ort geht es scharf links den Berg hinauf nach Messines de Cima. Jetzt tauchen Sie ein in das noch sehr ursprüngliche und tiefe Hinterland der Algarve. Nach einigen Kilometern erreichen Sie eine kleine Häuseransammlung, auf der linken Seite steht ein kleines Schild Richtung “Torre”. Folgen Sie der kleinen Strasse für einige Minuten. Sie führt nach mehreren scharfen Kurven direkt nach Torre. Wenn Sie auf der rechten Seite eine kleine Schule entdecken, an der “Brinquedos da Torre” geschrieben steht, sind sie am ersten Ziel angekommen .

Die Schule aus vorrevolutionären “Estado Novo” Zeiten ist einen ersten Zwischenstopp wert: Die Innenausstattung ist ein verrückte Kombination von Schulequipment und Holzwerkstatt.

Die drei Damen der Werkstatt “Da Torre” haben hier noch selbst die Schulbank gedrückt. Mittlerweile fertigen Ana Elói, Silvina Martins e Maria Alierte im ehemaligen Klassenzimmer Spielzeug aus Holz und Schmuck aus heimischen Pflanzen und Sämereien.

Die drei haben innerhalb eines staatlichen Förderprogramms für die ländliche Region das Handwerk vor gut 30 Jahren erlernt. “wir wollten etwas Anderes, etwas Neues machen. (…) “Unsere Kunden kommen meist mit der Idee, dass Sie etwas Besonderes wollen. Wir schauen dann, wie wir es realisieren können. So machen wir ein wenig von allem”.

Falls Sie noch ein Geschenk für Kinder suchen, werden sie hier sicher etwas finden.

Das kleine Dorf Torre liegt übrigens auch auf dem Wanderweg Via Algarivana. Ein schöner Streckenabschnitt!

Nach der kurzen Pause geht es weiter nach ALTE. Ehemals eine wichtige Stadt der Region. Sehenswert ist hier die Kirche sowie die Quelle am Flusslauf, die mit schattigen Picknick Plätzen zum Verweilen einlädt.

Mit und ohne Halt fahren Sie weiter auf der N124. Zwischen ALTE und SALIR passieren Sie nun einee beeindruckend schöne, bergige Straße, hoch genug um immer wieder einen Blick auf den Küstenstreifen zu erhaschen. Auf der linken Seite befindet sich Rocha da Pena, auf der Nordseite dieses Gebirges liegt eine beliebte Kletterwand, sowie gute Wanderwege.

Bald erreichen Sie SALIR mit einer alten Burg, malerisch auf einem Hügel gelegen. Auch die Überreste der Stadtmauern sind noch zu sehen. Falls Sie mehr über Salir wissen möchten, können Sie an geführten Stadttouren teilnehmen, die vom Centro Interpretativo de Salir organisiert werden.

Nach diesem Zwischenstopp folgen Sie der N124 für weitere 34 km. Die Fahrt führt Sie durch die “Serra” auf einer kurvenreichen Strasse durch unberührtes, bewaldetes Hinterland. Wenn sich langsam das Gefühl einstellt, dass nichts mehr kommt, werden Sie bald CACHOPO erreichen.

Jetzt sind Sie am Ziel des Ausfluges. Parken Sie an der Hauptstrasse. Sollten sie nun Hunger haben, dann empfiehlt sich ein Besuch im Dorfrestaurant und Café Retiro dos Caçadores. Hier trifft man vor allem auf Arbeiter, Dorfeinwohnern und manchmal auch hungrige Touristen, die eine Wanderung auf der Via Algarviana unternehmen. Es gibt schmackhafte regionale Küche und Gegrilltes vom Holzkohlengrill. Meist ist es voll, es lohnt sich, früh zu kommen.Traditionelle Gerichte, wie Kichererbsen-, Hammel-, oder Wildschweineintopf oder Schweinegulasch können sie vorbestellen. Der reguläre Mittagstisch besteht aus den obligatorischen Oliven, Weissbrot und Käse als Appetitanreger, gefolgt von einer kleinen Suppe. Als Hauptspeise wird frischer Fisch oder Fleischgerichte gereicht. Beilagen sind frischer grüner oder Tomatensalat sowie hausgemachte Pommes oder Reis und Gemüse der Saison. Geniessen Sie danach noch einen süssen Nachtisch mit Espresso. Spätestens jetzt sind sie angekommen im Rythmus der Region.

Nach dieser Stärkung gehen Sie die Strasse hoch zum Núcleo Museológico de Cachopo. Hier bekommen Sie einen erste Einblick in das tägliche Leben der Region.

Mit diesen Eindrücken geht es zurück zur kleinen Mühle, einem Kiosk mit Souvenirartikeln, Getränken und ein paar Zeitungen, direkt in der Kurve gebenüber des Restaurants. Ein paar Treppenstufen darunter liegt das von Otília Cardeira eingerichtete “Museu Vivo”. Dieser kleine Museumsraum ist voll mit Fundstücken des täglichen Lebens bereits verstorbener Einwohner der Gegend rund um Cachopo. Schräg gegenüber liegt ihre kleine Weberei, auch dies schon ein Museum- hier erklärt und demonstriert sie Besuchern gerne, welche Verarbeitungschritte der Wolle vom Schären des Schafes bis zum Weben nötig sind. Alles ist auch ohne portugiesische Sprachkenntnisse sehr informativ und anschaulich.

Cachopo war im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts eine Weberdorf mit circa 70 praktizierenden Webern. Doch schnell stagnierte die Produktion. In den 80iger Jahren wurde dann mit stattlichen Mitteln versucht, dies kulturelle Erbe zu retten. Durch Kurse wurde der arbeitslosen Bevölkerung das Weberhandwerk wieder nahegebracht. Doch schwache Absatzmärkte, abwandernde Bevölkerung sowie das schwindende Interesse der jüngeren Einwohner liessen das Projekt einschlafen. Übrig geblieben ist Cardeira, die bis heute dieses Handwerk als Broterwerb betreibt und sich dafür stark macht, das Wissen an Touristen und Interessierte zu vermitteln.

In ihrer Werkstatt webt sie bunte Schals, Kissenbezüge aus selbstgesponnenem Leinen sowie Wandbehänge:

Meine Mutter war eine Weberin, aber durch sie habe ich das Handwerk nie wirklich erlernt. Ich erinnere mich an riesige Webstühle, die von 2 Personen bedient werden mussten. Ich bin oft darunter geklettert und hielt den Durchschuss (Anm.: Unterteil des Webstuhls). Dann kletterte ich nach oben und sah ihr stundenlang zu, was sie tat. Manchmal habe ich ein wenig gewoben, aber richtig beigebracht hat sie es mir nie. Sie sagte manchmal zu mir: du musst mindestens eine Spindel pro Tag weben können. Wenn Mädchen das können, dann sind sie reif für die Ehe.”

Das Handwerk war damals fest im Alltag und mit dem sozialen Leben des Dorfes verbunden. Cardeira erinnert sich:

Am Abend trafen sich die Leute zuhause und arbeiteten bis spät in die Nacht zusammen. Flax wurde gesponnen für Säcke und Taschen, es wurden Quilts fertiggenäht oder Teppiche gewebt. Nebenbei die kleinen Kinder auf dem Arm geschaukelt und beruhigt. (…) Jeder Weber hatte seinen eigenen Webstuhl, über die Jahre hat jeder seine eigenen Techniken und Motive entwickelt. Alle wussten genau, wer wo welches Garn und welche Technik besonders gut beherrschte.”

Durch die hohe Anzahl an Webern, entwickelte sich auch das Holzhandwerk. Tischler siedelten sich an, um Webstühle zu bauen, dann folgten Häuser und allerlei Werkzeuge.

Masze, Abmessungen und Techniken wurden mündlich weitergegeben, es gab nichts Schriftliches.

Als unsere Generation dann in den 80igern begann, das Handwerk wieder aufzugreifen, mussten wir alles neu erlernen. Unsere Eltern hatten es uns leider nicht erklärt oder wir hatten irgendwann auch das Interesse verloren, das Handwerk durch Beobachtung zu erlernen. Nun fingen wir also von Vorne an: Lernten Masze abzunehmen und sie zu berechnen. Dies war eine komplett neue Arbeitsweise. Es war fast wie eine neue Technik für uns.”

An den Wänden in Cardeiras Werkstatt hängen noch Eselsüberwürfe und Werkzeuge aus den alten Zeiten. Heute dienen sie mehr der Inspiration als zum Gebrauch.

Doch die Auseinandersetzung mit der Region endet nicht in Cardeiras Werkstatt. Darüberhinaus organisiert sie sehr empfehlenswerteWandertouren und edukative Spaziergänge in der Region, zu buchen über Via Algarviana.

So wandert sie zum Beispiel zu einem Steinofen, an dem früher gemeinschaftlich Brot gebacken wurde. Je nach Dauer und Umfang der Tour ist das Brotbacken Teil der Wanderung. Für weitere Informationen sowie Voranmeldungen sollten sie direkt beiVia Algarvianaanfragen.

Falls es nun noch nicht zu spät ist, werden sie den Sonnenuntergang während des Rückwegs auf der N397 Richtung Küste geniessen können. Nach einer guten halben Stunde erreichen Sie Tavira, von wo aus sie auf die Autobahn A22 nach Silves zurückfahren.

Falls sie sich entschliessen, den Ausflug auszuweiten, dann fahren sie in das nördlich von Cachopo liegende Mealha, wo die Zeit stillzustehen scheint. Ein verlassener Ort mit überwiegend älterer Bevölkerung. Das Wasser wird noch aus dem Brunnen in der Dorfmitte geholt. Schräg gegenüber finden Sie eine überdachte Waschstation für die tägliche Wäsche.

Ein weiterer Tipp wäre eine ausgedehntere Wanderung durch die Serra do Caldeirão zu machen, diese wunderschöne Bergregion zwischen Tavira, S.Bras und Cachopo.

Centro Interpretativo de Salir

Tel.: 00351.289489137

Für Führungen: 00351. 289 400 957 / 289 400 611

Cachopo, Restaurant Retiro dos Caçadores

Rua Padre Júlio Alves de Oliveira, 104 , 8800-014 Cachopo

Tel: 00351. 289 844 174

 

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